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Spätromanische Kirche in Wölchingen,
Dom des Frankenlandes genannt

Die Kirche in Wölchingen fällt besonders durch ihren romanischen Baustil und ihre für den kleinen Ort überraschende Größe auf. Sie ist eine der wenigen Kirchen im badischen Frankenland oder Bauland, die in ziemlich reiner Romanik erhalten sind. Die meisten Kirchen des Baulands sind im barocken Stil gebaut, teilweise auch barock umgestaltet oder ausgestattet.
Über die Anfänge der Wölchinger Kirche weiß man nichts genaues. Im allgemeinen nimmt man die Zeit nach 1200 als Entstehungszeit an. Ebenso unbekannt sind die Bauherren. Vielleicht sind sie unter einem der Ritterorden zu suchen, die in Wölchingen und Boxberg ansäßig waren, vor allem den Johannitern oder den Templern. Erwogen werden aber auch die Bischöfe von Würzburg oder die Herren von Boxberg.
Bei der Kirche handelt es sich um eine spätromanische Pfeilerbasilika. Das Langhaus ist in drei Schiffe, Hauptschiff und Seitenschiffe, abgeteilt. Die Wände des Hauptschiffs werden von Pfeilern getragen. Auf jeden zweiten Pfeiler ist eine Halbsäule aufgesetzt. Sie setzt sich oben in den Gurtbögen fort. Die Pfeiler selbst sind untereinander durch Spitzbögen verbunden, immer zwei Bögen für ein Joch. Im Obergeschoß ist dagegen jeweils nur ein kleines Rundbogenfenster angebracht.
Die Kirche hat als Grundriß das Kreuz. Als Maßeinheit dient das Quadrat. Quadrat ist an Quadrat gereiht. In den Seitenschiffen sind die Quadrate halbiert. Beachtenswert sind auch die Apsiden, im Chor und an den Querarmen, in denen früher die Altäre standen.
Die Außenseite im Westen ist durch das Portal, die Fenster und den Giebel gestaltet. An dem Portal, erkennt man einen Wechsel der Gesteinsarten von Buntsandstein und Muschelkalk. Ein zweites Portal auf der Südseite wird von einem spitzen Giebel eingerahmt.
Unter dem Chor liegt die Krypta. In ihrer Mitte trägt eine Säule die ringkreisförmig gewölbte Decke und darüber, im Chor, wo ursprünglich der Altar seinen Platz hatte, den Taufstein aus neuerer Zeit.
Die Grabdenkmäler in den Seitenschiffen stammen aus dem 14.und 15.Jahrhundert und sind Angehörigen des Hauses Rosenberg gewidmet. Eine Grabplatte aus der Barockzeit erinnert an die Pfarrfrau Eleonore Schneider (gest.1739). Im südlichen Querschiff findet man zwei Grabplatten unbekannter Herkunft aus der Zeit um oder vor 1200, die älter als die Kirche sein dürften.
Die Kirche wurde mehrfach renoviert. 1877/78 erhielt sie den großen Vierungsturm nach dem Vorbild des Limburger Doms. Auf dieselbe Renovierung geht auch ein Teil der Skulpturen in den Bogenfriesen auf den Außenwänden zurück. Bei der großen Renovierung 1961/63 (Dekan Schweikhart) verschwand vor allem die große Empore, die sich ins Hauptschiff hineingezogen hatte. Dieser Neugestaltung entstammt unter anderem die Innenausstattung, Eingangstüren, Altar, Kanzel, Orgel und die Farbfenster mit biblischen Motiven. Eine letzte Renovierung fand 1996 statt.

 

 

 

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